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Elfmeter-Festival in Madrid: Atletico vergibt Chancen gegen Arsenal

Im spannenden Champions-League-Duell zwischen Atletico Madrid und Arsenal versäumt es Atletico, entscheidende Chancen zu nutzen und steht nun vor einer schwierigen Rückrunde.

Felix Hoffmann··2 Min. Lesezeit

Wenn man vor dem Spiel in Madrid noch von einer Überlegenheit Atletico Madrids gegen Arsenal sprechen konnte, so war dies nach dem Schlusspfiff ein fernes Echo. Es ist mir ein Rätsel, wie ein Team, das derart viele Chancen hat – und dabei gleich mehrere Elfmeter zugesprochen bekommt – die Begegnung nicht für sich entscheiden kann. An diesem Abend waren die Athleten vermutlich von einer Mischung aus Nerven und Unbehagen geplagt, die den klaren Kopf vermissen ließ. Das Ergebnis von 1:1 in einem Duell, das entschieden in die Hände von Atletico gelegt wurde, ist nicht nur ernüchternd, es lädt fast schon zum Schmunzeln ein, so tragisch ist es um die Chancenverwertung bestellt.

Erstens, die vergibenen Elfmeter sind ein Paradebeispiel für das Dilemma, das sich nicht nur über die Spieler, sondern auch über die gesamte Mannschaft gelegt hat. Atletico schnappte sich gleich zwei Gelegenheiten vom Punkt, und die Schützen schienen dabei nicht nur die Torlinie, sondern auch jegliches Gefühl für das richtige Timing und die Nervenstärke zu verlieren. Man fragt sich schon, ob die Pflicht, diese entscheidenden Tore zu erzielen, den Spielern mehr Druck gemacht hat, als sie bereit waren zu ertragen. Es ist schon fast ironisch, dass ein Team, das bekannt dafür ist, defensiv stark zu sein, in einem derart kritischen Moment kläglich scheitert.

Zweitens, die taktische Ausrichtung von Atletico war durchaus bemerkenswert, aber das Fehlen eines kühlen Kopfes in entscheidenden Momenten hat die gut durchdachten Planungen zunichte gemacht. Trainer Simeone bemüht sich stets um eine ausgeglichene Spielweise, doch wenn die Spieler, die auf der höchsten Bühne des europäischen Fußballs agieren, dann wie Schuljungen wirken, die ihren Ball nicht zu fassen bekommen, wird es problematisch. Der Drang, die Kombinationen zu perfektionieren, sollte nicht zur Verwirrung führen. Die unzähligen Berührungen und Versuche, das Leder ins Netz zu befördern, sind nichts wert, wenn der letzte Torschuss im besten Fall ein Aufwärmtraining für den Torhüter ist.

Natürlich könnte man einwenden, dass Arsenal ebenfalls nicht gerade blitzsauber aufgetreten ist. Immerhin gingen sie mit einer defensiven Strategie ins Spiel, und die wenigen Chancen, die sie wahrnahmen, waren mehr das Ergebnis von Unkonzentriertheit seitens der Madrider als von eigenen taktischen Brillanzen. Vielleicht hätte man auch ein bisschen mehr Mut zeigen sollen, als die ersten Minuten in der zweiten Halbzeit anbrachen. Stattdessen wurde der Auftritt der Gunners zum Schaulaufen für die Atletico-Spieler, die viel zu oft mit dem Kopf in den Wolken waren, während sie ihre Möglichkeiten an den Haaren herbeizogen.

In Anbetracht der Rückrunde bleibt nur zu hoffen, dass Atletico diese spielerischen Unzulänglichkeiten schnell ablegt. Sonst wird die Champions-League-Reise bald zu einem bunten Festival des Scheiterns, die uns zwar an den Rand des Sitzes bringt, aber letztlich nichts Zählbares auf das Konto der Spanier einbringt. Es bleibt uns nur, die nächsten Spiele abzuwarten und darauf zu hoffen, dass sie aus diesen leidvollen Erfahrungen lernen können.